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4 Wer billig kauft, kauft zweimal – diese altbekannte Weisheit hat in der Mode keine Gültigkeit. Denn der Preis eines Kleidungsstückes sagt nicht viel darüber aus, wie und wo es produziert wurde. Oft ist zwar die Qualität von Markenware besser als im Discounter, aber ein Garant dafür ist es nicht und ein großer Teil des Preises lässt sich eher auf den Markennamen zurückführen. Deswegen ist es um so wichtiger auf die Zusammensetzung der Klei- dung und die Herkunft der Bestandteile zu achten. Eine kleine Warenkunde: KUNSTFASERN Zu den gängigsten in Textilien verarbeiten Kunst- fasern gehören Polyester (PES), Polyamid (PA), Elastan (EL) und Polyacryl (PC). Sie werden über chemische Verfahren aus Erdöl hergestellt und sind ein reines Kunstprodukt, das neben der res- sourcenverschlingenden Herstellung kaum wieder abbaubar ist. Für die Umwelt ist dieser Herstel- lungsprozess also mehr als bedenklich. Zudem führen sie wesentlich häufiger zu Hautirritationen als Naturfasern. Ihr Vorteil liegt in der oft günstige- ren Herstellung und in ihrer Dehnbarkeit. Gerade unsere Ansprüche an moderne Sport- und Outdo- orkleidung ist ohne Kunstfasern nicht mehr zu rea- lisieren. Häufig werden sie auch Wolle beigemischt, da die Strickware so ihre Form behält. NATURFASERN Leinen (LI), Hanf (HA), Sisal (SI) und natürlich Baum- wolle (CO) sind die in Naturfasern am häufigsten verarbeiteten Rohstoffe. Gerade der Anbau der weit verbreiteten Baumwolle ist alles andere als umweltfreundlich. Die Pflanzen benötigen sehr viel Wasser um zu gedeihen, was gerade in trockenen Regionen weitreichende Folgen für die Umwelt hat. Etwa die Hälfte der weltweit angebauten Baum- wolle wächst auf künstlich bewässerten Flächen. Durch den Einsatz von Insektiziden und dem Anbau in Monokulturen führt es mancherorts zu weitrei- chenden Folgen. Bekanntestes Beispiel hierfür ist der Aralsee, der zur Bewässerung von Baumwol- lplantagen genutzt wurde: Die Wassermenge ging innerhalb der letzten Jahre drastisch zurück, der Boden ist versalzen und durch Spritzmittel belastet. Bei Kleidung aus Baumwolle ist es also äußerst ratsam auf Biobaumwolle zu achten, eine Orientie- rung hierfür bieten verschieden e Siegel. UNSERE ZWEITE HAUT: Woraus besteht Kleidung eigentlich? Jedes neu gefertigte Kleidungsstück verbraucht in seiner Herstellung eine Viel- zahl an Ressourcen, egal aus welchem Material und unter welchen Bedingungen es hergestellt wurde. Ein Grundsatz lässt sich aber dennoch auf jedes einzelne Kleidungsstück anwenden: Je länger es getragen wird, desto nachhaltiger ist es. Und die Voraussetzung für eine lange Lebensdauer ist eine gute Qualität. Wir zeigen euch, woran ihr diese erkennen könnt.

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